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Bastion Drusus

 
Bastion Drusus - RekonstruktionIm Zuge der 1655 eingeleiteten Errichtung eines bastionären Verteidigungsringes um die Stadt Mainz erhielt auch die Zitadelle ihre heutige Formgebung. Der Vorgängerbau, die fünfeckige Schweikardsburg, verwandelte sich jetzt unter dem Kurfürsten und Erzbischof Johann Philipp von Schönborn in die regelmäßige Viereckform mit den vier Bastionen Eichelstein (Drusus), Pantaleon (Tacitus), St. Jakob (Alarm) und Scharfeneck (Germanicus). Die heutigen Namen stammen aus der Zeit nach 1797.
Namengebend für die Bastion war der zu allen Zeiten sichtbare Eichelstein bzw. Drususstein, der allerdings nach Verlust seiner antiken Bedeutung als Ehrengrab zum besteigbaren Wachturm degenerierte. Das Wallprofil und die Traversen bzw. Hohltraversen unterlagen ebenfalls - waffen- und verteidigungstechnisch bedingt - verschiedenen baulichen Veränderungen.
Bastion DrususDie Bastion zeigt nach Süden und damit auf die besonders gefährdete Seite. Dementsprechend aufwendig sind auch - und nur hier - unterirdische Anlagen eingebaut:
  • Demolitionsmine in Ausrichtung der Kapitale,
  • Eskarpengalerie mit Krenelierung und
  • Kommunikationspoterne.
Die Erforschung ist weit fortgeschritten und wird 2010 abgeschlossen sein.
Nach Anmeldung können die untertägigen Einbauten im Rahmen von Führungen besichtigt werden.



Literatur:
Gerd Rupprecht, Eine Festung wird enttarnt - Die Bastion Drusus der Zitadelle in Mainz.
In: Hans-Rudolf Neumann (Bearb.), Erhalt und Nutzung historischer Zitadellen. Internationale Fachtagung vom 06.-09. Juni 2001. Hrsg. vom Institut für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken e.V. (IEMB) an der Technischen Universität Berlin (Mainz 2002) 144-150.

 

Weitere Informationen (in Vobereitung):

www.festung-mainz.org
www.zitadelle-mainz.org