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Drususstein

 
Der Drususstein, auch Eichelstein genannt, steht in der nach ihm benannten Bastion Drusus in der Mainzer Zitadelle.
DrusussteinAls tumulus honorarius (Kenotaph) war das Monument vom römischen Heer zu Ehren des im Jahre 9 v. Chr. in Germanien verunglückten und gestorbenen Nero Claudius Drusus errichtet worden. Seine letzte Ruhe fand Drusus maior im Mausoleum des Augustus in Rom.
Das ursprünglich ca. 30 Meter hohe Bauwerk stand an der Verbindungsstraße zwischen dem Legionslager auf dem Kästrich und dem Lager in Mainz-Weisenau. Es setzte sich zusammen aus einem quadratischen Sockel und einem zylindrischen Geschoß (Tambour), dem ein kegelförmiger Abschluß aufsaß, selbst wiederum mit einem Pinienzapfen bekrönt. Alljährlich fanden hier Gedenkfeiern zu Ehren des populären Feldherrn statt:
  • kultische Paraden des Heeres
  • Opferhandlungen
  • Theateraufführungen im nur 340 Meter entfernten Theater. Abordnungen aus allen gallischen und germanischen Gebietskörperschaften waren zugegen.
Erhalten ist noch ein 20 Meter hoher Kern aus Gußmauerwerk, in den größere Werksteine eingebettet sind. Die Quader der ursprünglichen Steinummantelung wurden in den nachfolgenden Jahrhunderten als Baumaterial für andere Gebäude abgebrochen. Von der späteren Funktion als Wachturm zeugt die erst in der Neuzeit eingebaute Wendeltreppe im Inneren mit dem hochgelegenen rundbogigen Eingang an der Nordseite des Monuments.
In seiner Art stellt der Drususstein ein einzigartiges Denkmal der römischen Epoche in Mainz dar. Zusammen mit den Römersteinen war er in allen Zeiten sichtbar geblieben, damit aber auch dem Verfall besonders ausgesetzt.
Eine gründliche konservatorische und restauratorische Aufarbeitung ist dringend notwendig.
Für die didaktische Vermittlung stehen inzwischen ein Drusussteinmodell (M. 1:20) sowie zwei Drususbüsten in einer cella honoria im Stadthistorischen Museum direkt neben dem Drususstein zur Verfügung.