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Flurnamen

 
Flurnamen, also Benennungen von Geländeflächen, bringen die Kulturlandschaftsteile "zum Sprechen" und sind teilweise sehr alt. Zwar veränderten sie sich oft in der Aussprache, wurden durch neue Benennungen überlagert oder aus Unverständnis umgedeutet, manchmal sogar im Gelände verlagert; ihre Nachrichten geben aber dem Archäologen und Historiker wertvolle Hinweise auf frühere Eigenschaften, Besitzverhältnisse und Nutzungen der vom Menschen geprägten Landschaft.

Die Mainzer Direktion Landesarchäologie hat eine Datenbank der Flurnamen ihres Arbeitsgebietes
erstellt. Als Grundlage hierfür dienten die aktuellen Ausgaben der Topografischen Karte 1:25000, der Deutschen Grundkarte 1:5000 und - insbesondere - der im Maßstab 1:1000 angelegten Ausgaben der Rahmenkarten. Von letzterem, überaus umfangreichem, allerdings noch nicht komplett herausgegebenem Kartenwerk besitzt die Direktion alle bislang vorliegenden Ausgaben ihres Arbeitsgebietes. Sämtliche Flurnamen wurden in den Schreibweisen der Karten erfasst.

Die hier eingestellte Auflistung von fast 30.000 Flurnamen zeigt den (sonst nirgends veröffentlichten) größten Teil des heute noch existierenden Flurnamenbestandes in der Region auf. Von anderen Quellensammlungen unterscheidet sie sich darin, dass keine historischen Quellen genutzt oder nicht mehr existente bzw. ungebräuchliche Bezeichnungen und Schreibweisen berücksichtigt wurden, sondern tatsächlich nur die heutigen. Die Landesarchäologie benötigt diese Datensammlung insbesondere dazu, die Fülle der aktuellen und älteren Fundmeldungen genau lokalisieren zu können, was die Grundlage aller Inventarisation darstellt. In der heutigen, zunehmend digitalisierten und numerischen Kartenwelt gehen die Flurnamen zwar immer mehr verloren, bislang wurden aber häufig die Orte, an denen man auf archäologische Befunde oder Funde stieß, lediglich mit Worten beschrieben. Hierbei bezog man sich fast immer auf den Flurnamen.

Für den besseren Überblick werden die Flurnamen, nach Kreis und Gemarkung sortiert, in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Mit der Suchfunktion kann man z. B. nach Wortbestandteilen wie "Galgen", "Born", "-attig" oder "-klauer" fahnden oder alte Ortsbeschreibungen lokalisieren. Man kann sich aber auch einfach beim Durchlesen der Flurnamen "seiner" Gemarkung in eine verlorene, meist bäuerlich geprägte Vergangenheit zurückversetzen. Viel Vergnügen dabei!
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Weiterführende Literatur (Auswahl)

 
Sigrid Bingenheimer,
Die Flurnamen der Gemeinden um den Wißberg in Rheinhessen
.
Mainzer Studien zur Sprach- und Volksforschung 20 (Stuttgart 1996).
Manfred Halfer,
Die Flurnamen des Oberen Rheinengtals.

Ein Beitrag zur Sprachgeschichte des Westmitteldeutschen (Stuttgart 1988).
Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.),
Flurnamen-Kolloquium. Tagung zum Forschungsprojekt "Erfassung der Flurnamen in Bayern" am 25. Januar 1988.

Vorträge und Materialien (München 1988).
Wolfgang Kleiber/Wolf-Dietrich Zernecke,
Der Klauer. Ein rheinhessischer Flurname.

Dokumentation und Deutung (Stuttgart 1996).
Hans Ramge,
Die Siedlungs- und Flurnamen des Stadt- und Landkreises Worms.
Beiträge zur deutschen Philologie 43 (Gießen 1979).
Hans Ramge (Hrsg.),
Hessischer Flurnamenatlas nach den Sammlungen des Hessischen Flurnamenarchivs Gießen und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde.

Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission N.F. 3. (Darmstadt 1987).
Wolf-Dietrich Zernecke, ©Die Siedlungs- und Flurnamen rheinhessischer Gemeinden zwischen Mainz und Worms.
Ein Namenbuch (Stuttgart 1991).
 


Links

 
www.flurnamenlexikon.de

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