Informationen

   

Straßennamen

   

Stadt Worms

   
Adlerberg
(Worms)  
Alemannenstraße (Worms)  
Am Aulweg
(Worms)  
Am Ziegelofen (Worms)  
Amandusgasse
(Worms)  
Aulstraße (Worms-Pfeddersheim)  
     
Burgunder Straße (Worms-Pfeddersheim)  
     
Cästrich (Worms-Pfeddersheim)  
     
Dagobertstraße (Worms-Herrnsheim)  
     
Frankenstraße
(Worms-Neuhausen)  
Frankenstraße
(Worms-Pfeddersheim)  
     
Grasweg
(Worms-Pfeddersheim)  
Gutleutstraße (Worms)  
     
Hinterm Ziegelofen (Worms)  
     
Im Römergarten (Worms-Hochheim)  
     
Karolingerstraße (Worms)  
Keltenstraße (Worms-Pfeddersheim)  
Kleine Frankenstraße (Worms-Pfeddersheim)  
     
Merowingerstraße (Worms)  
     
Römerstraße (Worms)  
     
Töpferstraße (Worms)  
     
Vangionenstraße (Worms)  
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Erklärungen

Adlerberg
Hinweis auf den gleichlautenden Flurnamen, der eine überschwemmungsfreie Anhöhe am Altbach (Eisbach) im Süden von Worms bezeichnet. Fundgebiet der frühbronzezeitlichen Adlerberg-Gruppe, von der C. Köhl um 1900 sowohl Körpergräber als auch Wohngruben freilegte.
Literatur:
G. Behrens, Bronzezeit Süddeutschlands. Katalog 6 des RGCM (Mainz 1916) 74-77.nach oben

Alemannstraße
AlemannstraßeIm Anschluß an die "Stammesnamenstraße" Vangionenstraße gelegen. Auch hier örtlicher Bezug unbekannt, da alemannische Funde im Straßenbereich und dem näheren Umfeld nicht überliefert sind. Wohl allgemeiner Hinweis auf die Alamanni ("Allmänner"), einer germanischen Kampf- und Wandergemeinschaft verschiedener Herkunft aus Mitteldeutschland und dem Elberaum. 213 n. Chr. erstmals literarisch genannt, im Rhein-Main-Neckargebiet seit Beginn des 4. Jh. n. Chr. archäologisch fassbar, ab 536 n. Chr. den von Nordwesten vordringenden Franken als Bundesgenossen angegliedert.
Literatur:
K. Dietz, Alamanni. In: Der Neue Pauly - Enzyklopädie der Antike, Band 1 (Stuttgart/ Weimar
1996) Sp. 429-430. nach oben

Am Aulweg

Am AulwegHinweis auf den 1689 zerstörten Aul-Turm, am südlichsten Punkt der Wormser Stadtbefestigung gelegen. Aul könnte auf mhd. "ule" und mlat. "olla" zurückgehen, also auf einen Ort, an dem Töpfererde abgegraben wurde. Der große römische Töpferbezirk beim "Katterloch" liegt nicht fern. Aber auch die Herleitung von "Eule" wäre denkbar.
Literatur:
F. Soldan, Die Zerstörung der Stadt Worms im Jahre 1689 (Worms 1889). - W.-D. Zernecke, Die Siedlungs- und Flurnamen rheinhessischer Gemeinden zwischen Mainz und Worms (Stuttgart 1991) 63 f.nach oben

Am Ziegelofen

Am ZiegelofenHinweis auf einen hier früher gelegenen Ziegelofen.nach oben


Amandusgasse

AmandusgasseHinweis auf die Amanduskirche, die 1007 erstmals in einem Königsdiplom bezeugt ist, dann 1283 als Pfarrkirche. Bereits 1324 gehörte sie zum Liebfrauenstift. Benannt nach dem angeblich 628 erwähnten Wormser Bischof Amandus.
Literatur:
G. Bönnen u. J. Kemper, Das geistliche Worms: Stifte, Klöster, Pfarreien und Hospitäler bis zur Reformation. In: Geschichte der Stadt Worms, hrsg. von G. Bönnen (Stuttgart 2005) 691-734, bes. 696-697. nach oben

Aulstraße

AulstraßeBedeutung und Ableitung wie beim "Straßennamen" Am Aulweg.nach oben

Burgunder Straße

Burgunder StraßeÖrtlicher Bezug unbekannt, da burgundische Funde im Straßenbereich und dem nächsten Umfeld nicht überliefert sind. Wohl allgemeiner Hinweis auf den ostgermanischen Volksstamm der Burgundiones, der 406/407 zusammen mit den Vandalen u.a. über den Rhein vorstieß und dabei auch Worms überfiel. Es entstand 413 das kurzfristige oberrheinische Burgunderreich, das aber durch die anrückenden Hunnen 437 ein schnelles Ende fand. Später wird die Bourgogne als Kernland die neue Heimat; 534 gingen die burgundischen Lande im Frankenreich auf. Das um 1200 aufgeschriebene Nibelungenlied bezieht aus dieser wechselvollen Geschichte seinen heldenepischen Stoff und machte Worms zur Hauptstadt. Heute erinnert noch eine Rebsorte an das Volk und seine kurzfristige Heimat.
Literatur:
K. Dietz, Burgundiones. In: Der Neue Pauly - Enzyklopädie der Antike, Band 2 (Stuttgart/Weimar 1997) Sp. 856.nach oben

Cästrich

CästrichHinweis auf die reichsstädtische Befestigungsarchitektur ab dem frühen 16. Jh. Caestrich wird von lateinisch castrum abgeleitet. Außer an dieser Stelle kommt der Name noch in Alzey vor, wo er eine Straße bezeichnet, die zum spätrömischen Kastell (castrum) hinführte. Am bekanntesten mag jedoch der Mainzer Kästrich sein, der an das große Legionslager erinnert. An anderen Orten (Flurname in Mainz- Gonsenheim und Straßenname in Bingen- Dromersheim) gibt es jedoch keine namengebenden römischen castra. Hier mag einfach nur altes festes Gemäuer gemeint gewesen sein, wie man es sich bei einem castrum vorstellte, also Mauerwerk einer römischen Villa, eines Klosters, einer Burg usw.
Literatur:
W. Kleiber, Mogontiacum/Mainz: Kontinuität im Bereich einer antiken Stadt. In: W. Kleiber und M. Pfister, Aspekte und Probleme der römisch-germanischen Kontinuität (Stuttgart 1992), bes. 38- 42.nach oben

Dagobertstraße
DagobertstraßeErinnerung an den Merowinger-König Dagobert I. (622-638). Ganz in der Nähe das Kollegiatstift St. Cyriakus, das 847 gegründet wurde und auf das die Cyriakusstraße hinweist.nach oben

Frankenstraße (Worms-Pfeddersheim)
FrankenstraßeKein Bezug zur fränkischen Topographie von Pfeddersheim feststellbar; dasselbe gilt für die Kleine Frankenstraße. Siehe "Straßenname" Frankenstraße in Worms-Neuhausen.
Literatur:
K. Weidemann, Ausgewählte Beispiele zur frühmittelalterlichen Topographie an Pfrimm, Eckbach und Donnersberg. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Band 13 (Mainz 1969) 67-82, bes. 73.

Frankenstraße (Worms-Neuhausen)
Örtlicher Bezug unbekannt, da fränkische Funde im Straßenbereich und dem näheren Umfeld nicht überliefert sind. Wohl allgemeine historische Reminiszenz an den germanischen Volksstamm der Franci, in deren Reich z.B. die burgundischen Lande 534 einbezogen wurden. Im weiteren Umfeld liegen noch die Cyriakusstraße und die Dagobertstraße, die auf die Zeiten des 7.- 9. Jh. hinweisen; siehe "Straßenname" Dagobertstraße.nach oben

Grasweg

GraswegHinweis auf einen früher mit Gras bewachsenen Feldweg. In der Flurnamenforschung wird angenommen, dass es sich "bei den Graswegen z.T. um sehr alte, möglicherweise römerzeitliche oder vorgeschichtliche Fernwege" handeln könnte. Aus archäologischer Sicht sei die Vermutung ausgesprochen, dass sich bei einem geschotterten Untergrund Gras an der Oberfläche dauerhaft besser hält als bei einer unbefestigten Straßentrasse. Bei letzteren würden die Gaswurzeln durch dauerndes Begehen und Befahren viel weniger Halt haben, sich also nicht verwurzeln können.
Literatur:
W.-D. Zernecke, Die Siedlungs- und Flurnamen rheinhessischer Gemeinden zwischen Mainz und Worms. Ein Namenbuch (Stuttgart 1991) 195-196.nach oben

Gutleutstraße

GutleutstraßeHinweis auf ein im Süden der Stadt gelegenes Leprosenhospital. Die Aussätzigen erhielten Unterstützung von "guten Leuten", also hilfsbereiten, mildtätigen Menschen.
Literatur:
G. Bönnen u. J. Kemper, Das geistliche Worms: Stifte, Klöster, Pfarreien und Hospitäler bis zur Reformation. In: Geschichte der Stadt Worms, hrsg. von G. Bönnen (Stuttgart 2005) 691-734, bes.731. - W.-D. Zernecke, Die Siedlungs- und Flurnamen rheinhessischer Gemeinden zwischen Mainz und Worms. Ein Namenbuch (Stuttgart 1991) 203-204.nach oben

Hinterm Ziegelofen

Hinterm ZiegelofenHinweis auf einen hier früher gelegenen Ziegelofen. Nebenan die Straße "Am Ziegelofen"; siehe dort.nach oben

Im Römergarten

Im RömergartenÖrtlicher Bezug zur Römerzeit unbekannt, da weder in der Straße noch im näheren Umfeld Funde zutage traten.
Andererseits weist der Vorort Hochheim in anderen Teilen durchaus mehrere römische Fundstellen auf. Vielleicht hilft die Nachricht weiter, daß um 1840 ein Besitzer der im Straßenumfeld gelegenen Gastwirtschaft den Namen Römer trug.
Literatur:
D. Johannes: Wormser Heimat in der Erinnerung - Hochheim, Pfiffligheim und Leiselheim, Worms 1979, S. 25.nach oben

Karolingerstraße

KarolingerstraßeÖrtlicher Bezug zur Karolingerzeit unbekannt, da weder in der Straße noch im näheren Umfeld karolingerzeitliche Funde zutage traten. Wohl nur allgemeine historische Reminiszenz an die karolingische Zeit in Worms.
Literatur:
T. Kohl u. F.-J. Felten, Worms - Stadt und Region im frühen Mittelalter von 600-1000. In: Geschichte der Stadt Worms, hrsg. von G. Bönnen (Stuttgart 2005) 102-132, bes. 107-115.nach oben

Keltenstraße

KeltenstraßeÖrtlicher Bezug zur keltischen Zeit unbekannt, da weder in der Straße noch im näheren Umfeld keltische Funde zutage traten. Wohl nur allgemeine historische Reminiszenz an die keltische Zeit. Gleiches gilt für die Frankenstraße und die Kleine Frankenstraße nebenan; siehe dort.nach oben

Kleine Frankenstraße
Kleine FrankenstraßeKein Bezug zur fränkischen Topographie von Pfeddersheim feststellbar, ebenso wie bei der benachbarten Frankenstraße siehe dort.nach oben

Merowingerstraße

MerowingerstraßeHinweis auf merowingerzeitliche Grabfunde im Bereich "Goethestraße, Gymnasiumstraße, Schillerstraße, Wielandstraße".
Literatur:
G. Illert, Pläne zur historischen Topographie von Worms. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Band 13 (Mainz 1969) 135-144, bes. 139-140.nach oben

Römerstraße

RömerstraßeHinweis auf eine der schon von Carl Koehl erkannten Nord-Süd-Straßentrassen im römischen Worms.
Literatur:
G. Illert, Skizze der Entwicklung der Stadt Worms. Von der vorgeschichtlichen Zeit bis zum Hochmittelalter (Worms 1955).nach oben

Töpferstraße

TöpferstraßeIm Zusammenhang mit der nahe gelegenen Straße "Leimenkautweg" Hinweis auf ein Töpfereigewerbe unbekannter Zeitstellung.nach oben

Vangionenstraße

VangionenstraßeHinweis auf das Volk der Vangiones, das ursprünglich wohl zu den germanischen Stämmen gehört hatte, später aber sich keltisch zeigte. Ursprünglich irgendwo rechts des Rheines zu Hause, überschritten die Vangionen mit Ariovist während des gallischen Krieges den Rhein, wurden aber von Caesar zurückgeworfen. Zur Zeit des Kaisers Augustus oder bald danach wurden sie von den Römern am linken Rheinufer nördlich der Triboci (im Elsaß/Straßburg) und Nemetes (in der Pfalz/Speyer) im Raum Worms und dem südlichen Rheinhessen angesiedelt. Dort entstand die römische Gebietskörperschaft (einem heutigen Kreis verwandt) der civitas Vangionum mit dem Zentralort Borbetomagus und seinen Selbstverwaltungsorganen. Über letztere unterrichten uns Inschriften auf Weihedenkmälern.
Literatur:
R. Wiegels, Vangiones. In: Der Neue Pauly - Enzyklopädie der Antike, Band 12/1 (Stuttgart/Weimar 2002) Sp. 1122-1123. - W. Boppert, Römische Steindenkmäler aus Worms und Umgebung. CSIR Deutschland, Band II, 10 Germania Superior (Mainz 1998) passim. - R. Häussler, The Romanisation of the Civitas Vangionum. University College London, Institute of Archaeology Bulletin 30, 1993, 41-104.nach oben